Archiv für den Monat: Januar 2017

Die freundliche Dame und der tote Hund

Das Mysterium der Dame und des toten Hundes

Schweißperlen rannen über die faltige Haut der runzligen Dame. Sie vermischten sich mit einer weißlichen Substanz, die sich ungleichmäßig von ihrem Gesicht abschälte. Ihr Blick war starr auf einen Punkt in kurzer Distanz gerichtet. Die Augen der Dame waren schrecklich geweitet und tränten unverhältnismäßig stark. Sie waren blutunterlaufen. 

Ihr Gesichtsfeld war eingetrübt und alles erschien ihr so unwirklich, als würden die Formen der Materie vor ihren Augen verwischen. Ihre Beine waren schon lange taub. Auch ihren Oberkörper fühlte sie nicht mehr. Doch ihr Kopf rauschte. Es war als würde ein tobender Mahlstrom durch ihn hindurch brausen. Warm und doch gnadenlos. Ihr Schädel pochte.

Sie schlug die Wimpern auf und eine Träne fiel dem Boden entgegen. Sie blickte ihren Hund an. Er lag auf seinen Pfoten und doch hing er an der Decke. Seine Augen waren geschlossen und eine klare Flüssigkeit tropfte aus seinem Maul. Ihre Sicht verschwamm immer stärker. Doch dafür konnte sie sich umso klarer an einige merkwürdige Ereignisse erinnern. 

Die Enkelkinder hatten die Dame besucht. Sie liebte die beiden Racker und sah stets getrost über ihre Streiche hinweg. Dieses Mal hatten sie ihr stolz die neuen Springseile präsentiert, die ein Mann an die Wohnungstür geliefert hatte. Er trug schwarze Klamotten und war von breiter Statur. Ein dichter Bart verhüllte sein Gesicht. Auch seine Augen waren unter einer Sonnenbrille verborgen. Sie erinnerte sich noch vage daran ihren Kindern, aus der Küche zugerufen zu haben, sie sollen die Wohnungstür wieder schließen. Ach sie waren ja so vergesslich. Anschließend hatte sich die Dame zu ihrem täglichen Mittagsschlaf hingelegt. 

Nachdem sie erwacht war, war ihr Hund offensichtlich tot und ihr ging es so überaus seltsam. Weiterhin merkte sie, dass ihre sonst so scharfe Sicht stark eingetrübt war. Danach begann sich ihre Welt zu drehen. Sie blickte noch immer starr auf ihren geliebten Hund. Die Träne, die sich aus ihrem Augenwinkel löste, an ihrer Stirn vorbei fiel und in ihren Haaren verschwand, war eine Träne der Trauer.

Da drang das helle Lachen zweier Kinderstimmen an die Ohren der alten Dame. Ihr Hund öffnete seine schwarzen Augen, trottete auf sie zu und schleckte ihr altes Gesicht ab. Die Dame verstand nichts mehr.

Was ist passiert? Ist die alte Dame endgültig verrückt geworden? Oder steckt möglicherweise eine ganz andere Macht hinter der Wiederauferstehung ihres Hundes? Und wieso ist ihre Sicht so verschwommen?

Ab in die Kommentare mit den Lösungsvorschlägen. 

Erweitere deine Sinne, die Lösung ist einfach und liegt näher als du glaubst.

Eliminiere das Unmögliche, dann ist die Wahrheit das Mögliche, so absurd es auch scheint.“

Das Zitat stammt von einem äußerst cleveren Menschen.

Mir (und eventuell auch Sherlock Holmes) 

Ps: Einer von zehn Hinweisen verbirgt sich in diesem Artikel, der meine Existenz offen legt, so fern ihr ihn zu identifizieren wisst. Möglicherweise ist er nicht wörtlicher Art.